Programm im Detail
Samstag, den 27.8.
Samstag – Block – 16.00 Uhr
Workshop – Youth Empowerment and Global Perspectives (English) (Daniel Worrings; Cynthia Cichocki, One World Network; Leyla Guluzada (Azerbaijan); Lucas Ochoa Roldán (Colombia))
In this workshop we will present the One World Network of North-Rhine-Westphalia and our main goals: we lobby for a sustainable development worldwide as well as in our region. Our focus will be on the youth-related campaigns in our portfolio. We would like to present the possibilities of participating in these campaigns. Furthermore our international youth guests from Azerbaijan, Colombia and Bangladesh will be given the opportunity to introduce themselves to the camp-participants. Our main goal, the build-up of an international learning-community, shall be discussed in this workshop and its first milestones shall be discussed.
Vortrag – CCS – Lösung des Klimaproblems oder unkalkulierbares Risiko? (Dr. Reinhard Knof, Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager)
CCS (Carbon Capture and Storage) wird als potentielle Option zur Begrenzung der Klimaerwärmung genannt. Die Technologie, der derzeitige Wissensstand, Einschätzungen zur rechtzeitigen und ausreichenden Verfügbarkeit und den sicheren und möglichen Folgen auf Mensch und Umwelt werden vorgestellt und bewertet. Der aktuelle Stand des Gesetzgebungsverfahrens und Erfahrungen aus anderen Ländern und die Gründe für die Ablehnung oder den vorübergehenden Stopp von CCS-Vorhaben sind weitere Themen.
Vortrag – Was ist ein Ermittlungsausschuss , die Rote Hilfe, die Demosanis? (Klaus Freisen, Demosanis Bonn)
Vortrag über Antirepression und ihre Strukturen in Linken Netzwerken
Sonntag, den 28.8.
Sonntag – Block I – 9.00 Uhr
Vorträge aktiver BürgerInnen
“Die Schattenseiten der Umsiedlung” / Otto Hoffmann;
“Rhetorik/Medien der RWE”/ Christoph Mödder (BIG BEN);
“Hausmüllverbrennung in RWE Brickettfabriken”/ Dietrich Scholz (LOB)
Sonntag – Block II – 11.00 Uhr
Workshop – Dynamics in the intenational Climate Negotiations (English) (Denise Matias, Senior Advisor Climate and Development South East Asia, Germanwatch)
The International climate negotiations involve several political factors and as the years passed, trends and negotiation styles have emerged. A brief introduction into the UNFCCC framework will be given, as well as opportunities for on-ground climate actions, that yon influence the negotiations.
Workshop – Bye Bye RWE (Alfons Kloeck, attac Köln)
Es ist weniger schwierig die Bürger_innen zu überzeugen den Stromlieferanten zu wechseln hin zu bereits real existierenden, ökologischen und demokratisch kontrollierten Lieferanten, als sie zu überzeugen, die RWE zu zerschlagen. Stromwechseln ist direkte Demokratie.
Workshop – Ist meine Bank ein Klimakiller? Deutsche Banken als Geldgeber fürs Kohlegeschäft weltweit (Lydia Kroll, Urgewald)
Die Finanzierung von Banken gibt oft den Startschuss für den Bau neuer Kohlekraftwerke. Deutsche Banken sind weltweit engagiert, wenn es um „Kohle“ geht. Gigantische Kohlekraftwerke in Südafrika werden von den Banken unterstützt, ebenso wie RWE. Selbst öffentliche Banken, wie die Weltbank oder die KfW sind an dem weltweiten Kohleausbau beteiligt.
Sonntag – Block III – 14.30 Uhr
Workshop – Desertec – a critical perspective (English) (Boris Schinke, Senior Advisor Climate and Development, Germanwatch)
In order to move the desertec concept towards more equity and sustainability this presentation will provide a conceptual framework to integrate human development issues and human rights into its design. Also the concept itself as well as the international framework it is based in will be explained.
Workshop – Energiewende bei Stadtwerken von unten anstoßen (Aktionsworkshop zum vorherigen Input „Bye Bye RWE) (Christoph Geitz, Tschö-Rheinenergie)
Wo stehen wir in Köln und mit wem eigentlich? Was könnten wir tun? Fragt die Initiative „Tschö-RheinEnergie“. Mit 8 bis 15 Teilnehmer_innen möchten wir kreativ und aktiv z. B. mit Hilfe eines Rollenspiels unsere Zielgruppe in einer Umfeldanalyse der Stadtwerke am Beispiel Köln „aufstellen“ und bewerten.
Wo könnte z. B. eine Initiative wie die „Tschö-RheinEnergie“ ihre und unsere nächsten kreativen „Energien“ erfolgreich einsetzen, um die Transition zu 100% Erneuerbaren schnellstmöglich, aber auch mit einer demokratischen Bürger_innenbeteiligung vorantreiben und natürlich solidarisch die Daseinsvorsorge als Grundprinzip der Sozialstaatlichkeit Wirklichkeit werden lassen? Vielleicht kommen wir im Workshop schon zu konkreten Verabredungen und kreativen Aktionsformen?!
Aber bestimmt gewinnen wir gemeinsam Erfahrungen, Wissen und Ideen, die sich dann auch auf andere Kommunen ausweiten lassen.
Vortrag – Einführung in den Emissionshandel (Wolfgang Sterk, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie)
Der Emissionshandel ist einer der zentralen Pfeiler der europäischen und internationalen Klimapolitik. Von vielen Seiten wird jedoch kritisiert, der Emissionshandel führe kaum zu Emissionsreduktionen und habe sogar negative Auswirkungen. Der Vortrag bietet eine Einführung in die Funktionsweise des Emissionshandels im Kyoto-Protokoll und der EU und diskutiert Stärken und Schwächen.
Sonntag – 17 Uhr
Ökumenischer Nachbarschaftsgottesdienst (Antje Grothus und Stefan Schlang, beide Initative Buirer für Buir)
Um mit unseren Nachbar_innen aus den umliegenden Gemeinden in Kontakt zu kommen und eventuelle gegenseitige Berührungsängste abbauen zu können, laden wir am Sonntag, den 28. August gemeinsam mit der Bürgerinitiative Buirer für Buir zu einem ökomenischen Nachbarschaftsgottesdienst am Gedenk- und Ruheplatz auf dem Immissionsschutzwall in Buir ein. Wir hoffen auf eine rege Beteiligung von Bürger_innen wie Klimacamper_innen!
Improvisationstheater (Klaus Lange, BUND Bottrop)
Beschreibung folgt.
Montag, den 29.8.
Montag – Block I – 9.00 Uhr
Vortrag – GartenCoop Freiburg und das Ziel der klimagerechten Selbstversorgung (Fabian Kern, GartenCoop Freiburg)
Seit Sommer 2009 hat sich eine Gruppe von Menschen daran gemacht, eine selbstverwaltete, ökologische Landwirtschaftskooperative im Raum Freiburg zu gründen. Diese versorgt alle ihre Mitglieder mit Lebensmitteln. Die Kooperative ist Ausgangspunkt einer gemeinschaftlichen Strategie, um den Folgen des Klimawandels, dem absehbaren Ende der fossilen Brennstoffe und der wachsenden Macht der Agroindustrie über unsere Ernährung etwas entgegenzusetzen.
Workshop – Planspiel Klimaschutz ist ein Menschenrecht – das Inuitplanspiel (Kirsten Dohmwirth, BUNDjugend / Jennifer Tissen, FIAN)
Das Planspiel basiert auf einem realen Fall, in dem kanadische Inuit die USA als einen Verursacher des Klimawandels vor dem internationalen Menschengerichtshof angeklagt haben. Der Inuit-Fall ist weltweit der erste, welcher versucht, eine Verlinkung zwischen Erderwärmung und Menschenrechtsverletzungen plausibel zu machen.
(1. von 3 Blöcken)
Montag – Block II – 11.00 Uhr
Workshop – Planspiel Klimaschutz ist ein Menschenrecht – das Inuitplanspiel (Kirsten Dohmwirth, BUNDjugend / Jennifer Tissen, FIAN)
(2. von 3 Blöcken)
Workshop – Klimabewegung und Energiekämpfe (Patrick Stötzel und Timo Luthmann, Klimacamp Planungsteam)
Der Workshop möchte einerseits die Geschichte der Klimabewegung in Deutschland aber auch darüber hinaus reflektieren und durch die Strategie von Energiekämpfen eine offensive Perspektive aufzeigen, wie eine dezentrale, basisdemokratische, 100% erneuerbare und soziale Energieversorgung erreichbar ist.
Workshop – Klimabewegung und Energiekämpfe (Patrick Stötzel und Timo Luthmann, Klimacamp Planungsteam)
Der Workshop möchte einerseits die Geschichte der Klimabewegung in Deutschland aber auch darüber hinaus reflektieren und durch die Strategie von Energiekämpfen eine offensive Perspektive aufzeigen, wie eine dezentrale, basisdemokratische, 100% erneuerbare und soziale Energieversorgung erreichbar ist.
Montag – Block III – 14.30 Uhr
Aktionstraining (MariekeKodweiß/ Roland Marks, Sternenleiter)
Castor blockieren, sich querstellen gegen Nazis, Umweltzerstörung entgegentreten… Im Training für gewaltfreien Zivilen Ungehorsam werden gemeinsam die Grundlagen für solche Aktionen besprochen und ausprobiert: Bezugsgruppen, Kommunikation und Entscheidungsfindung, Blockadetechniken, rechtliche Hinweise, …
Workshop – Planspiel Klimaschutz ist ein Menschenrecht – das Inuitplanspiel (Kirsten Dohmwirth, BUNDjugend / Jennifer Tissen, FIAN)
(3. von 3 Blöcken)
Dienstag, den 30.8.
Dienstag – Block I – 9.00 Uhr
Schmutzige Kohle aus Kolumbien und Menschenrechtsverletzungen beim Tagebau in Kolumbien (Sebastian Rötters, FIAN)
Steinkohle spielt noch immer eine zentrale Rolle bei der Energieversorgung in Deutschland. Dabei sind wir auch bei der Kohle längst abhängig von billigen Importen aus Russland, Kolumbien, Südafrika oder den USA. Während Deutschland von der billigen Kohle profitiert, zahlen Mensch und Umwelt in den Abbaugebieten die Zeche. An konkreten Beispielen aus Kolumbien zeigt der Workshop, dass weder Bergbaukonzerne noch Energieversorger bereit sind, die Verantwortung für die Folgen zu übernehmen.
Vortrag – Wirtschaftswachstum: Warum „grünes Wachstum“ eine Illusion ist! (Hanno Böck, Klimaretter.info)
Wirtschaftswachstum ging in der Vergangenheit fast immer mit dem steigenden Verbrauch von Ressourcen einher. Trotzdem hinterfragen bislang nur wenige das Dogma vom ewigen Wirtschaftswachstum. Im Vortrag soll es darum gehen, warum “nachhaltiges” oder “grünes Wachstum” eine Illusion ist und warum es überhaupt Wirtschaftswachstum im bestehenden Wirtschaftssystem geben muss.
Dienstag – Block II – 11.00 Uhr
Vortrag – Sozialökologischer Umbau statt ökologische Modernisierung (Judith Dellheim, Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Der “Green New Deal” der GRÜNEN in Deutschland und Europa und die meisten “Green-New-Deal”-Projekte wollen ökologische Probleme mildern und vielfach sogar lösen, aber nicht die Strukturen unserer Gesellschaft grundlegend verändern. So sollen die Energiewende und die Verkehrswende gemeinsam mit den Konzernen gemacht werden. Die Herrschafts- und Machtstrukturen werden also nicht oder nur teilweise in Frage gestellt.
Im Kontrast dazu soll mit dem sozialökologischem Umbau eine Gesellschaft entstehen können, in der die Menschen individuell frei und einander sozial gleich sind, miteinander in Solidarität und in intakter Natur leben. Das mutet völlig illusorisch an und so steht die Frage, wie angesichts der gewaltigen globalen Probleme, der dramatischen sozialen Nöte und Naturzerstörung sowie der gegenwärtigen gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse dennoch heute Schritte in diese Richtung begonnen werden können.
Workshop – Corporate Social Responsibility bei RWE – Wie gehen wir damit um? (Christian Kraft, Aktionsbündnis gerechter Welthandel)
Wie viele andere Unternehmen, präsentiert sich auch RWE mit seiner Strategie zur Corporate Social Responsibility (CSR) als ein verantwortungsvoller gesellschaftlicher Akteur. Oft entpuppen sich diese öffentlichkeitswirksam inszenierten Tätigkeiten aber als heiße Luft, etwa dann, wenn das Energieunternehmen in einem Werbespot einen grünen Energie-Riesen durch die Umwelt stapfen lässt, der seine Umgebung flächenwirksam mit grüner Energie versorgt. In dem Workshop wollen wir mit euch am Beispiel RWE hinter die CSR-Fassade blicken und gemeinsam überlegen, wie eine solche Kommunikationsstrategie kreativ unterlaufen werden kann.
Vortrag – Coal-Mining in Colombia (Lucas Ochoa Roldán, guest from Colombia)
Beschreibung folgt.
Dienstag – Block III – 14.30 Uhr
Workshop – Transition Town (Gerd Wessling, Training for Transition)
Beschreibung folgt.
Vortrag – Climate Change in Azerbaijan (Leyla Guluzada, guest from Azerbaijan)
Beschreibung folgt.
Vortrag und Diskussion – Der Beitrag Michael Hardts und Antonio Negris zur Bearbeitung der ökologischen Krise (Jonathan Eibisch, Mitorganisator des Klima- und Energiecamps in der Lausitz)
Wie aus dem Titel hervorgeht, geht es um Hardt und Negri (ihre Bücher Commenwealth, Empire, Multitude) aber zunächst einmal darum, aus einer neomarxistischen Persepektive ökologische Anfragen zu erstellen, auf die hin man Gesellschaftstheorie untersuchen kann.
Diskussionspunkte: Warum ist Ökologie das Kernthema des 21. Jahrhunderts? Welches Verständnis von Fortschritt wollen wir vertreten? Von welchem Naturbegriff gehen wir aus? Ist materielle Gleichheit ein ökologischer Faktor?
Dienstag – 17 Uhr
Workshop – Aktivismus und Trauma (Axel von dem Bruch, Out of Action Köln)
In diesem Workshop geht es um die psychischen Folgen von Polizeigewalt und Repression, wie Traumatisierungen. Gemeinsam möchten wir Wege eines solidarischen Umgangs mit diesem Thema finden , z.B. bei der Vor- und Nachbereitung von Aktionen und innerhalb von Bezugsgruppen.
Mittwoch, den 31.8.
Mittwoch – Block I – 9.00 Uhr
Vortrag – Potenziale und Grenzen von Erneuerbaren Energien (Sascha Samadi, Wuppertal Institut)
Was für Potenziale haben erneuerbare Energien in Deutschland? Können sie wirklich Atomkraft und Kohle ersetzen? Wo liegen die Chancen, wo die Herausforderungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien?
Mittwoch – Block II – 11.00 Uhr
Aktionstraining (Marc Amman, go.stop.act! Aktionstrainer)
Castor blockieren, sich querstellen gegen Nazis, Umweltzerstörung entgegentreten… Im Training für gewaltfreien Zivilen Ungehorsam werden gemeinsam die Grundlagen für solche Aktionen besprochen und ausprobiert: Bezugsgruppen, Kommunikation und Entscheidungsfindung, Blockadetechniken, rechtliche Hinweise, …
Vortrag – Was tun, wenn es brennt?! (Klaus Freisen, Demosanis Bonn)
Verhalten auf Demonstrationen. Kurze Einführung über die Verhaltensregeln bei Demonstrationen oder Kundgebungen. Was Sollte ich mitnehmen was nicht?
Vortrag – Kommunale Energiewende – Wie kann das funktionieren? (Thomas Eberhardt Köster, Attac Düsseldorf)
Die Städte und Gemeinden in Deutschland können weit mehr zur Energiewende beitragen, als gemeinhin angenommen wird. Leider haben aber viele von ihnen in den letzten Jahrzehnten ein wichtiges Instrument dafür aus der Hand gegeben: ihre Stadtwerke. Mit kommunalen Stadtwerken können die Kommunen Einfluss darauf nehmen, dass der Anteil an erneuerbaren Energien wächst. Mit dem Recht, Stromversorgern Konzessionen für die Bereitstellung von Stromnetzen auf dem Gemeindegebiet zu erteilen, können die Kommunen ökologische Auflagen erteilen.
- Was nützen Stadtwerke in kommunaler Hand?
- Wie kann der Konzessionsvertrag für eine Rekommunalisierung der Stadtwerke genutzt werden?
- Welche Anforderungen müssen wir an rekommunalisiete Stadtwerke stellen?
- Welche zentrale Rolle kann die Kommunen bei der Energiewende (von unten) spielen?
Mittwoch – Block III – 14.30 Uhr
Workshop – Kohleausstieg selber machen – keine neuen Kohlekraftwerke in Deutschland (Daniela Setton, Klima-Allianz Deutschland)
Ein kurzer Vortrag, Diskussion und interaktive Elemente. In Deutschland sind an die 20 neuen Kohlekraftwerke im Bau bzw. in Planung. Klimaschutz sieht anders aus! Im Workshop wird darüber informiert, wie weit die Projekte vorangeschritten sind. Es wird um die verschiedenen Formen des Protests gegen die geplanten Klimakiller gehen und wie man sich daran beteiligen kann.
Vortrag – Braunkohle im Rheinland: Klima, Umwelt, Natur, Mensch (Dirk Jansen, BUND)
Es gibt kaum einen größeren Eingriff in die Umwelt und soziale Strukturen als die Gewinnung und Nutzung von Braunkohle. Braunkohle ist der Klimakiller Nummer 1, die Tagebaue verwüsten Natur und Landschaft, zerstören dauerhaft unsere wichtigen Grundwasservorkommen und vertreiben zigtausende Menschen. Der Vortrag beleuchtet die Auswirkungen und den langjährigen BUND-Widerstand gegen diesen Raubbau.
Vortrag – Klimaflüchtlinge: Zwischen diskursivem Hype und realem Schreckensszenario… (Olaf Bernau, Afrique-Europe Interact )
Bereits heute soll es weltweit über 25 Millionen Klimaflüchtlinge geben. Doch die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Flucht sind vielschichtig und keineswegs eindeutig: Wo sind Wassermangel, Überschwemmungen und andere Folgen der globalen Erwärmung unmittelbare Auslöser von Flucht und wo verstärkt der Klimawandel lediglich die Migration aus Armut und perspektivlosen Verhältnissen? Macht der Begriff des „Klimaflüchtlings“ angesichts komplexer sozialer und ökonomischer Hintergründe überhaupt Sinn? Können bzw. sollen Klimaflüchtlinge wirklich von WTO-, IWF- oder Agrobusinessflüchtlingen unterschieden werden? Und was ist mit der häufig zitierten Zahl von 250 Millionen Klimaflüchtlingen im Jahr 2050: Bedeutet dies, dass der Krieg gegen Flüchtlinge und MigrantInnen an den Außengrenzen der EU noch brutaler geführt wird? Wohin können die Betroffenen überhaupt noch ausweichen, vor allem diejenigen, welche viel zu arm sind, um eine weite Reise anzutreten? In dem Workshop soll diesen und weiteren Fragen unter anderem am Beispiel Westafrikas auf den Grund gegangen werden. Es soll diskutiert werden, welche Bedeutung der Forderung nach Bewegungsfreiheit im Zusammenhang mit dem Klimawandel zukommt. Und auch der Begriff der „Klimagerechtigkeit“ soll ausgeleuchtet werden: Handelt es sich um eine wolkige Leerformel oder einen wichtigen Bezugspunkt, welcher auch die Forderung nach Reparationszahlungen an die Länder des Südens für die historische Klimaschuld der reichen Industrieländer umfasst?
Donnerstag, den 1.9.
Donnerstag – Block I – 9.00 Uhr
Landgrabbing als Hungermacher und Klimakiller (Olaf Bernau, Afrique-Europe Interact)
Spätestens seit der Explosion der Lebensmittelpreise im Zuge der globalen Finanzkrise im Jahr 2009 hat der Ausverkauf fruchtbarer Böden an weltweit operierende Investmentfonds, Banken und Konzerne erheblich an Tempo zugenommen. Dabei gehen 60 Prozent der Landverkäufe auf Kosten Afrikas, mit am stärksten betroffen sind Äthiopien, Mali und der Kongo – alles drei Länder, in denen beträchtliche Teile der Bevölkerung chronisch unterernährt sind. Ob für Agrotreibstoffe oder Export-Getreide – der Ausverkauf von Land geht für die ansässigen Kleinbauern und -bäuerinnen in aller Regel mit Landvertreibungen und einer Absenkung des Grundwasserspiegels einher. Aber auch das Klima wird massiv geschädigt, ist doch die CO2-Bilanz von agrarindstriell angebauten Agrotreibstoffen meist genauso schlecht wenn nicht schlechter wie diejenige fossiler Brennstoffe – ein Umstand, welcher seinerseits darauf verweist, dass Agrotreibstoffe nur wenig mit „Bio“ zu tun haben, dafür aber von Anfang an eine Reaktion auf schwindende Erdölreserven („Peak Oil“) gewesen sind. Am Anfang des Workshops steht ein ca. 20 minütiger Input zu den aktuellen Entwicklungen beim weltweiten Landgrabbing (unter anderem am Beispiel Malis in Westafrika), anschließend soll gemeinsam diskutiert werden, was hierzulande gegen die neokoloniale Landnahme im Süden getan werden kann – nicht zuletzt als Unterstützung der zahlreichen Kleinbauern und -bäuerinnen, die schon seit Jahren massiven Widerstand gegen den Verkauf ihres Landes leisten.
Donnerstag – Block II – 11.00 Uhr
Jenseits des Wachstums?! – Schritte zu einer solidarischen Postwachstumsökonomie (Alexis Passadakis, attac)
Beschreibung folgt.
Donnerstag – Block III – 14.30 Uhr
Workshop – Politisches Aktionstheater (Marc Amann, go.stop.act! Aktionstrainer)
Aus einfachen Theaterformen (z.B. Statuen und Maschinen) entwickeln wir spielerisch kleine Szenen und Performances zu klimarelevanten Themen.
Workshop – Klimagerechtigkeit (Alexis Passadakis, attac)
Beschreibung.
Freitag, den 2.9.
Freitag – Block I – 9.00 Uhr
Vortrag – Germanwatch Klimaexpedition: Live Satellitenbilder! (Martin Fliegner, Geoscopia Umweltbildung)
In diesem Workshop werden aktuelle Satellitenbilder gezeigt. Wie sieht das aktuelle Wetter der letzten Tage aus und wie wird es sich in den nächsten Tagen entwickeln. Wetter wird mit Hilfe von Satellitenbildern in Zusammenhang mit Klima gebracht. Welche Klimaveränderungen sind bereits aus dem Weltall sichtbar und wie könnte sich das Klima in den nächsten Jahrzehnten entwickeln. Welche Handlungsmöglichkeiten hat jeder von uns, Organisationen, Unternehmen und Politiker, um unsere Zukunft nachhaltig zu gestalten.
(1. von 2 Blöcken)
Workshop – Sambaworkshop – Recycling von Materialien zu Instrumenten (Martin Weller)
Plastikflaschen und Konservendosen – Abfall sind unsere Instrumente! Ein einfacher Rhythmus und die Zeichensprache der Sambistas sind schnell erlernt. Nach dem Workshop sind wir bereit, in Tradition des Rhythms&Resistance Netzwerks unseren Protest musikalisch auf die Strasse zu tragen.
(1. von 3 Blöcken)
Freitag – Block II – 11 Uhr
Vortrag – Germanwatch Klimaexpedition: Live Satellitenbilder! (Martin Fliegner, Geoscopia Umweltbildung)
(2. von 2 Blöcken)
Workshop – Sambaworkshop – Recycling von Materialien zu Instrumenten (Martin Weller)
(2. von 3 Blöcken)
Aktiver Workshop – Unsere Themen in die Schulen! Mobile Lernwerkstatt zu einem Unterrichtsmodul zu CO2 & Mode (Nastassja Ott, Eine Welt Netz NRW, Kampagne „Heisse Zeiten“)
Alle, die dabei sein möchten, ein Unterrichtsmodul zu CO2 & Mode mit zu bearbeiten, sind herzlich zu unserem Workshop eingeladen. Wir bringen Hintergrundmaterialien, Methodenbücher und die Rahmenbedinungen mit. Gemeinsam suchen wir weitere Ideen, tragen Tipps zusammen und beleuchten bestehende Konzepte. Das Modul wird ab 2012 im Eine Welt Mobil des Eine Welt Netz NRW in Schulen eingesetzt werden (http://www.eine-welt-netz-nrw.de/seiten/116/). Komm, mach mit und sei dabei, das Thema Klimawandel und Mode in die Schulen zu bringen!
Freitag – Block III – 14.30 Uhr
Werkstatt für Aktionen und Alternativen (WAA) – die Dauer-Klimacamper stellen sich vor! (mehrere Menschen aus dem Planungskreis des dauerhaften Klimacamps (WAA))
Inspiriert durch die Klimacamps, die in Großbritannien ihren Ursprung hatten und seitdem an vielen Orten auf der ganzen Welt erfolgreich waren, eine radikale Kritik an den strukturellen Ursachen der Klimazerstörung zu vermitteln, wollen wir noch einen Schritt weitergehen: Wir wollen ein dauerhaftes Klimacamp im rheinischen Braunkohlerevier einrichten. Es soll dauerhaft als Plattform dienen, zur Vernetzung und Organisierung aller Menschen, die gegen Braunkohle aktiv werden wollen. Es wird ein dauerhaftes Programm geben, dass an den 4 Säulen der britischen Klimacamps angelehnt ist:
- Ein klimaneutrales Leben erlernen
- Weiterbildung zum Thema Klimawandel
- Selbstermächtigung über das Know How
- Erlernen von Aktionsmethoden und Vernetzung
Workshop – Youth Empowerment and Global Perspectives (Daniel Worrings, Cynthia Cichocki (One World Network), Leyla Guluzada (Azerbaijan), Lucas Ochoa Roldán (Colombia))
In this workshop we will present the One World Network of North-Rhine-Westphalia and our main goals: we lobby for a sustainable development worldwide as well as in our region. Our focus will be on the youth-related campaigns in our portfolio. We would like to present the possibilities of participating in these campaigns. Furthermore our international youth guests from Azerbaijan, Colombia and Bangladesh will be given the opportunity to introduce themselves to the camp-participants. Our main goal, the build-up of an international learning-community, shall be discussed in this workshop and its first milestones shall be discussed.
Samstag, den 3.9.
Samstag – Block I – 9.00 Uhr
Workshop – Sambaworkshop – Recycling von Materialien zu Instrumenten (Martin Weller)
Plastikflaschen und Konservendosen – Abfall sind unsere Instrumente! Ein einfacher Rhythmus und die Zeichensprache der Sambistas sind schnell erlernt. Nach dem Workshop sind wir bereit, in Tradition des Rhythms&Resistance Netzwerks unseren Protest musikalisch auf die Strasse zu tragen.
(3. von 3 Blöcken)
Vortrag – Stromsparen (Hanno Böck, Klimaretter.info)
Der durchschnittliche Stromverbrauch in Deutschland liegt bei etwa 1500 bis 2000 Kilowattstunden im Jahr. Manche Menschen kommen aber mit unter 250 Kilowattstunden aus. Es lässt sich deutlich mehr Strom einsparen als den meisten bewusst ist. Was faul am EU-Energielabel ist und woran man stromsparende Netzteile erkennt, darum soll es in diesem Vortrag gehen.
Vortrag – Climate Caravan Bangladesh (en) (Pathak Lal Golder)
From the 15th of November to the 4th of December, a climate change caravan will travel across the length of Bangladesh. The national action, organized by the Bangladesh Krishok Foundation, will “inform and mobilize vulnerable peasant populations throughout Bangladesh in order to respond to the threats of climate change; increase awareness about gender discrimination and the disproportionate impacts of climate change upon women; and build upon international solidarity networks concerning climate change and food sovereignty.” International participation in the 20-day caravan, including accommodation, meals, and transportation across Bangladesh, is encouraged; the deadline for registration is Aug. 24.
In this speech you will be informed about climate change in Bangladesh and how the people cope with the consequences. You will have the great opportunity to get to know one of the organizers of the Climate Caravan.

