RWE-Hauptversammlung Essen 20.4.2011

+++ Klimacamp-Aktivist_innen bei RWE Hauptversammlung +++ Mit Blockade wurde Verzögerung der Hauptversammlung erwirkt +++ neben Abschalten der Atommeiler wurde Braunkohleausstieg gefordert +++ Kritischer Redebeitrag in der Grugahalle +++

Neben zahlreichen anderen Organisationen und Einzelpersonen beteiligte sich auch das Klimacampbündnis an den Aktionen zur Hauptversammlung von RWE am 20. April 2011 in Essen.
Laut Medienangaben waren etwa 5.000 RWE Aktionär_innen bei der Hauptversammlung anwesend; darunter ca. 100 kritische Aktionäre. Mehrere hundert Demonstrant_innen waren gekommen um die Hauptversammlung des Energiekonzerns auf unterschiedliche Art zu begleiten.

Ab 8 Uhr füllte sich zusehends der Platz zwischen U-Bahn Station und Eingang zur RWE- Hauptversammlung – einerseits mit RWE-Aktionär_innen und andererseits mit Demonstrant_innen, die freundlich von der Polizei aufgefordert wurden zum abgetrennten Demobereich hinüberzugehen.
Auf ein lautes Tröten hin stürmten plötzlich um die 50 Aktivist_innen aus dem U-Bahnschacht. Andere bahnten sich ihren Weg vor die Absperrung. Gleichzeitig wurde alles von bunten Wollknäueln, die zwischen Demonstranten hin und her geworfen wurden, geschmückt und somit die Bewegungsmöglichkeiten der Polizisten erheblich eingeschränkt – eine schöne Idee! Inmitten dieser bunten Fäden saßen dann um die 100 Menschen, die so den Eingang in die Grugahalle für die Aktionäre blockierten. Die Polizei versuchte daraufhin die Gäste der Hauptversammlung an den sitzenden Demonstrant_innen vorbei zu lotsen. Dies wurde allerdings durch andere Demonstranten erschwert, die sich in den Weg stellten und durch warme Worte der Polizei auch nicht zu vertreiben waren. Dieses Vorgehen zwang die Sicherheitskräfte dazu, ein Spalier zu bilden, durch welches die Aktionär_innen im Entengang zum Eingang laufen mussten; begleitet von lauten Sprechgesängen und Trillerpfeifen aus allen Richtungen. Verstärkt wurde die Atmosphäre noch durch zahlreiche Plakate und Spruchbänder.
Die Blockade bewirkte eine Verspätung der Hauptversammlung und regte hoffentlich auch einige Aktionär_innen zum Nachdenken an.

In der Halle waren mehrere Mitglieder des Klimacampbündnisses als Vertreter_innen von stimmberechtigten Aktionär_innen, zwei davon saßen mit dem Dachverband der kritischen Aktionäre in der dritten Reihe.  Mit schwarzen T-Shirts, auf denen in giftgrün das Klimacamp-Logo und der Slogan „RWE den Stecker ziehen!“ gedruckt war, fielen sie stark auf und regten mehrere PressevertreterInnen zum Filmen und Fotografieren an.
Als der Vorstandsvorsitzende Großmann seine Rede begann, wurde er permanent von kleinen Gruppen von Atomgegner_innen unterbrochen, die Transparente hochhielten und laut „Abschalten!“ riefen, bis sie abgeführt wurden. Obwohl Großmann sich betont unbeeindruckt zeigte, wurde er durch die Rufe zu einem grandiosen Versprecher angeregt: „Sehr verehrte Damen und Herren, von dem erfolgreichen Abschalten – äh Abschneiden Ihrer RWE…“
Nach Großmanns Rede begannen die Redebeiträge der Aktionäre. Am Anfang redeten einige Vertreter von großen Kapitalfonds, die zum Teil mehrere hundert Millionen Euro in RWE investiert haben. Der Atomkurs wurde teils unterstützt, teils aber auch sehr kritisch gesehen. Interessant war, dass auch von Seite des Großkapitals scharfe Kritik an RWEs schlechter CO2-Bilanz geäußert wurde; auch wenn diese Kritik einen vorrangig ökonomischen statt ökologischen Ursprung haben dürfte.
Nach der Rede des Großkapitals kamen die Kleinaktionär_innen an die Reihe. Hier waren von den 50 Rednern ca. 20 kritische Aktionär_innen. Neben dem Hauptthema der Atomkraft wurde nicht zuletzt durch die Rede von Klimacamper Gerald die Aufmerksamkeit auf die Braunkohlepolitik von RWE und ihre verheerenden Folgen gelenkt. Die Rede vom Klimacampbündnis kann unter folgendem Link nachgelesen werden:http://braunkohleausstieg.org/2011/04/20/rede-auf-der-rwe-hauptversammlung/.

Die diesjährige RWE Hauptversammlung war Besonders: Noch nie hatte es so umfangreiche Aktionen vor und so viele kritische Redebeiträge in der Halle gegeben. RWE wird sich darauf einstellen dürfen, dass sich dieser Trend in den kommenden Monaten und Jahren fortsetzen wird!