RWE-Protestcamp Essen 15.-16.7.2011

Klimacamp = Braunkohle den Stecker ziehen!

Das Protestcamp vor der RWE-Zentrale in Essen vom 15.-16. Juli 2011 war toll! Wir, vom Klimacamp-Organisationsteam berichten:

Im April wurde die Idee zu einer gemeinsamen und zeitgleichen Vorfeldaktion der beiden deutschen Klimacamps geboren, um die Formierung der Anti-Braunkohle-Bewegung zu demonstrieren. Außerdem gefiel uns der Gedanke, eine schöne Gelegenheit zu haben, sich auf die bevorstehenden Camps einzustimmen. Das Bild war schnell gefunden: zeitgleiches Errichten der beiden Protestcamps jeweils vor den Zentralen von Vattenfall in Berlin und RWE in Essen inklusive kleinem aber feinem Programm und Übernachtung.

Am Donnerstag, 14. Juli, erhielten wir die Nachricht, dass den Lausitzer Klimacamper_innen kurzfristig die Demonstrationsbestätigung entzogen wurde. Auf der Seite von gegenstromberlin ist dazu zu lesen: „Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Wir kommen wieder keine Frage!“ Wir freuen uns mit den Lausitzer_innen auf die Nachholaktion und sehen die Vernetzung des Kohleprotests in Ost und West dadurch in keinster Weise gefährdet!

Für uns ging es 13 Uhr mit dem Aufbau los: Die Polizei sperrte ca. 100m der Rellinghauser Straße unmittelbar vor dem RWE-Turm. Während wir die Heringe unserer Zelte in die Ritzen im Asphalt schoben, verfielen wir in eine seltsam angenehme Mischung aus Urlaubsstimmung und Aktionshunger.

Nach drei Redebeiträgen von Mitgliedern des Planungsteams und lokalen Bürger_inneninitiativen, die 15.30 Uhr den offiziellen Auftakt bildeten, genossen wir zunächst das überraschend sonnige Wetter und freuten uns, dass unsere Gruppe immer größer wurde. Gegen 18 Uhr veranstalteten wir einen öffentlichen Workshop – selbstverständlich zum Thema „RWE und das Rheinische Braunkohlerevier“.

Die Kötter-Security reagierte schon nach wenigen Stunden: genau so demonstrativ wie lächerlich sperrten sie im Auftrag von RWE das Firmengelände mit rot-weißem Flatterband ab und hinderten uns am Übertreten der „Demarkationslinie“. So führte der RWE Konzern selbst den von ihm im Braunkohle-Revier immer wieder „missbrauchten“ Begriff der „Guten Nachbarschaft“ deutlich ad absurdum.

Die Aktion erfreute sich großer Aufmerksamkeit: zahlreiche PassantInnen informierten sich, suchten das Gespräch mit den ProtestcamperInnen (oder zumindest bei den Polizisten :D) und verharrten oft lange am Infostand oder setzten sich gar mit dazu. Doch auch unschöne Szenen mit verärgerten Geschäftsleuten und unverständigen AutofahrerInnenn, die durch die Absperrung bretterten, gehörten als immer wiederkehrende Situation zur Aktion dazu.

Insgesamt waren wir 50 AktivistInnen, die sich gegen 19 Uhr das selbst gemachte Essen schmecken ließen und danach vor einer Kulisse einer großen Jurte und 16 Kleinzelten eine Nacht lang einen belebten Ausgangspunkt des Protests gegen den klima- und menschenfeindlichen Energiekonzern bildeten. Die bunte Gruppe aus Mitgliedern des Planungsteams, lokalen BürgerInneninitiativen und befreundeten Umweltgruppen belebte die Straße mit Gitarren- und Trommelklängen, Jonglage, Frisbeespiel und jeder Menge Spaß und Freude über die wunderbare Aktion.

Nach einer recht kurzen Nacht krochen die ersten CamperInnen aus ihren Zelten. Nach dem Frühstück wurde noch ein Plenum abgehalten und anschließend abgebaut. Wir alle fuhren in absoluter Vorfreude auf die beiden Klimacamps und alle anschließenden gemeinsamen Aktionen nach Hause.

Die BUNDjugend NRW veranstaltete parallel zum Protestcamp einen Videoworkshop. Die TeilnehmerInnen dieses Workshops drehten auf dem Camp ein kleines, aber feines Video.